Nr.4

Der Hirtenbrief

Da schaut er ihn an, oh Herr, was soll ich machen, ich schrieb einen Hirtenbrief an meine Hirten, aber nur die in
Irland, die die Schutzbefohlenen schändeten. Doch so richtig kommt die Botschaft nicht an, die Schafe fliehen
die Kirche, die Austrittsbranche in den Amtsstuben hat Hochkonjunktur. Pfui Deibel, diese Hirten, sie verderben
meine Kinder, rette sich wer kann. So wird der Klingelbeutel leerer und leerer. Der teuflische Materialismus hat
die Schafe in Scharen erfasst. Die Käßmannsche fuhr bei rot über die Ampel in ihrem VW-Phaeton. Dem
Ratzinger kann das nicht passieren, der fährt nicht selber, der lässt fahren in seinem gepanzerten Papamobil
und da sind sowieso alle Ampeln auf grün gestellt wenn der fährt. Noch.

Das könnte sich ändern. Die globalisierte katholische Weltkirche hat arge Schwierigkeiten mit den
Teppichklopfern der göttlichen Mohammed-Fraktion. Das ausgerechnet in Jerusalem, der Nähe der
Geburtsstadt von Jesus. Dann kommen noch die Teppichklopfer der Jachweh-Fraktion hinzu, die mit der Knarre
die palästinensischen Bauarbeiter der jüdischen Siedlungen bei ihren Leibes- und Lockerungsübungen in
Schach halten. In Afghanistan raufen sich die Kreuzfahrer mit den Teppichklopfern dort um die Hoheit, während
die Bäuerchen ihre Felder selber bewachen, damit ihnen die Teppichklopfer nicht die Ernte klauen oder die
Kreuzfahrer sie niederwalzen mit ihren Panzern. In Nigeria fielen nicht genug Krümel ab vom Verkauf des
Erdöls für das Volk, so metzeln sich Teppichklopfer und fromme Christen um die letzten Krümel. Über 500 Tote
grausam verstümmelt. In Kenia am Rande des Slums von Kibera predigt der Opus Dei Nächstenliebe und
Hunger und es ist nur eine Frage der Zeit, wann wieder die Erbärmlichen dort über sich her fallen um die letzten
Krümel. Die Kochtöpfe dort mochte Opus Dei nicht füllen, die füllen sie mit dem Glauben.

Kirchenkampf ist Klassenkampf. Religion ist der Überbau des Kapitalismus. Je mehr der Kapitalismus verfault
umso mehr strömen die Schafe in die Kirche um von ihr verführt zu werden, suchen ihr Heil in der Religion.
Denn der Glaube an das Geld, den Mammon, ist untrennbar mit dem Kapitalismus verbunden, solange wie der
Profit im Steigen begriffen ist, so lange strömen auch die Schafe in die Gotteshäuser oder Geldtempel. In
beiden Fällen ist der Glaube maßgebend für das Füllen. Wer glaubt, daß die Zinse ihm Wohlstand bescheren
möge in den Geldtempeln, der flitzt dorthin. Ist die Zinse nahe Null wie jetzt, dann flitzt der Bankkunde aus der
Tür, rette sich wer kann. So predigen die Hirten der Geldtempel und Gottestempel im Prinzip das Gleiche.
Kommet herbei ihr sündigen Schafe auf das ihr behütet werdet um Euer kleines Scherflein, damit es uns wohl
ergehe. Die Kardinäle im Vatikan sind tüchtige Manager und schachern und schieben die Klingelbeutel hin und
her, wie es sich gehört. Nun hat aber die Wirtschaftskrise auch die Tresore im Vatikan erreicht. Das
spätrömische dekadente Leben hat mit voller Wucht zugeschlagen. Der Nachschub aus den Opferstöcken
versiegt. Die Schafe balgen sich um die Krümel, bleiben den Gotteshäusern fern, brennen sie nieder. Was nun
Herr Ratzinger? Was sagt er da oben? In Deutschland bewegt der Hirte Ackermann zwar flink sein Mundwerk,
er ist noch nicht senil wie die alten Herren, aber auch hier Kirchenflucht en Masse. Dümmer noch, daß
Ratzingers Bruder beim Bändigen der Domspatzen in Regensburg auch entgleiste. So ging der Hirtenbrief nur
an Irland, obwohl er eigentlich nach Deutschland gehen müsste. Doch da könnte der Teufel im Detail stecken,
nämlich er müsste sich selber einen Hirtenbrief schreiben. Kann er nicht, er spricht und tut im Namen Gottes,
also weiter auf dem heiligen Stuhl aus sitzen.

21.03.2010

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