Der hilflose „Kampf gegen den Terror“

Ein Terroranschlag in Europa jagt den nächsten. Nach dem barbarischen Anschlag in Manchester auf Kinder und Jugendliche fällt dem Innenminister De Maiziere als Lehre nur ein, daß man in Zukunft auch das Ende von großen Veranstaltungen absichern müsse.
Das erinnert in seiner Naivität an den berühmten Ausspruch der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, daß man in Zukunft „eine Armlänge Abstand“ einhalten müsse.

Menschenansammlungen sind seit es Menschen gibt unvermeidbar. Es gibt Fußgängerzonen,Kaufhäuser, Kirchen, Kinos, Märkte, Konzerte, Volksfeste und so weiter und sofort. So viele Betonpoller kann man gar nicht aufstellen, so viele Soldaten nicht patrouillieren und Polizisten kontrollieren lassen.

Man will außerdem die sogenannten Gefährder, die von Monat zu Monat mehr werden, besser überwachen. Die Gefährder sind entweder Flüchtlinge oder radikalisierte Einheimische. Jeder kann sich heute als Flüchtling ausgeben, wenn er nur ein bißchen geschickt ist, siehe das Beispiel des Offiziers Franco A. oder es in den Schengenraum geschafft hat.

Zur Radikalisierung brauchen viele keine Gruppe oder Moschee, sondern können sich auch selbst radikalisieren durch das Internet oder eigene Erfahrungen.

Es fällt auf, daß sich beim „Kampf gegen den Terror“ die Politiker aller Parteien und die Medien rein auf technische Fragen beschränken.

Warum der islamistischen Terrorismus so auf fruchtbaren Boden fällt, dazu haben die Herrschenden eine Denkschranke. Denn dann müßten sie die eigene Verantwortung benennen. Das Tabu fing schon beim 11. September 2001 an. Statt es als logische Folge der eigenen imperialistischen Politik zu begreifen, bombardierte man Afghanistan und ließ den Finanzier des Terrorismus Saudi-Arabien ungeschoren, weil es verbündet ist als strategischer Partner mit viel Öl. Als Rache für die 3000 Toten wurden Millionen getötet, obdachlos und vertrieben.

Die ganze islamische Region von Afghanistan,Irak, Syrien, Somalia, Jemen, Bahrein,Palästina, Lybien usw. leidet seit Jahrzehnten unter imperialistischer Einmischung, Unterdrückung und Kriegen.

Die westlichen Imperialisten begründen dies mit der Gefahr des Vordringens des russisschen oder chinesischen Imperialismus in dieser Region. Diese Denkweise gab es schon im 1. Weltkrieg.

Einzig die Sowjetunion stieg damals aus dem imperialistischen Gerangel aus und unterstützte die antikolonialistischen Kämpfe bis sie nach Stalins Tod wieder zum Sozialimperialismus entartete.

Auch heute ist die einzige Garantie den Terrorismus zu besiegen, der Ausstieg aus der imperialistischen Politik und die Unterstützung der Kämpfe gegen den Neokolonialismus.

Aber dies hat auch was mit der Eigentumsfrage zu tun, der Macht der großen Konzerne.