G 20 Hamburg: Nicht nur über Gewalt reden

Der G 20 – Gipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer in Hamburg am 7. und 8. Juli 2017 war nur eine mediale Show, die mindestens 130 Millionen Euro gekostet und nichts gebracht hat. Außer zweiseitigen Gesprächen zwischen der russischen und der usamerikanernischen Regierungen zu Syrien und der Vereinbarung sich in der kommenden Woche zum Thema Ukraine erneut zu treffen, gab es keine formellen Fortschritte.wenn man dies überhaupt als Erfolg bezeichnen kann. Am besten war noch dass Trump, den aggressiven Handelsimperialismus von Deutschland und China angeprangert hat, weil die USA auf dem absteigenden Ast sitzen.

Alles medial überstrahlt hat der Auftritt der Randalierer und Krawallos als Teil der anarchistischen Szene. Sie lieferten der Bundesregierung und der EU eine Steilvorlage zur Verschärfung der Gesetze und Diskriminierung der Linken. Dass hier fast 70 000 Teilnehmer an der Abschlussdemonstration am Samstag ihre verschiedenen Proteste gegen die Politik der G 20 vorbrachten ging dadurch fast völlig unter.

Wer hier wen zuerst provoziert hat, ist nicht die Hauptsache. So wie es oft Polizeiterror gibt, gibt es auch anarchistischen oder asozialen Terror. Vermummung der Demonstranten geschieht wegen der Gefahr von Berufsverboten, Gewerkschaftsausschlüssen, Entlassungen. Auch die Polizei ist vermummt. Aber es ist weder links noch revolutionär Autos von Normalbürgern anzuzünden, Fahrräder zu demolieren und Geschäfte zu zerstören und zu plündern.

Arbeiter und andere Lohnabhängige brauchen Billigläden wie Ikea, Drogeriemärkte, Bäckereien. Die Folge war, dass Ikea seinen Standort im Schanzenviertel aufgibt und die Bewohner des Viertels weitere Wege haben. Die Reaktion nutzt dies aus und spricht von „linker Gewalt“. Eben weil sich Asoziale einen „linken“ Anstrich geben. Linke Politik ist Politik auf Seiten der Arbeiterklasse und gegen die Herrschenden.

Hier ist der springende Punkt, der weit über die Anarcho-Hooligan-Szene und die Gewaltfrage hinausgeht. Nämlich daß ein ziemlich großer Teil der Gegendemonstranten gar keine Globalisierungsgegner waren, sondern mit „no border, no nations“ genau die Forderung der G 20 aufgriffen. Die oben waren die Globalisten im Saal, die unten die Globalisten aus der Straße. Den Bündnissen „Ums Ganze“ und der „Interventionistischen Linken“ sind die G 20 zu langsam, während die internationale Kapitalistenklasse diesen Prozess kontrolliert und störungsfrei ablaufen lassen will.

Nieder mit den G20, IWF, EU und NATO !

Gegen Polizeistaat und Anarcho-Hooligans!