Der Soldatenrat.

Selbst die bürgerliche Journaille kommt an Tatsachen nicht vorbei. Schlimmer noch aber
ist die Traumtänzerei einiger sich als Kommunisten bezeichnende Subjekte, die die
Revolution in Syrien nicht wahrhaben wollen und dem Schlachter von Damaskus
Huldigungen entgegenbringen. Hier offenbart sich der konterrevolutionäre und reaktionäre
Revisionismus wie er von Putin und Hu gepflegt wird und auch noch in diesem Lande zu
viele Anhänger hat, besonders in den Reihen der SED und deren Ableger.
Die Frage stellt sich wie kann man derartigen Schlachtern die Treue halten? Erinnern wir
uns, als die Kadaver in Kambodscha sich türmten, war es ein Joscha Schmierer des KBW
der den Pol Pots die Treue hielt. Heute nun stellt sich der Häuptling der KPD/ML Peter
Platzmann hin und erzählt Enver Hoxha wäre schlimmer als Hitler gewesen. Wobei er zu
gibt zu seinen Zeiten in Albanien kräftig die Fäuste geschwungen zu haben. Hat man sich
geirrt? Ist es Unbedarftheit die solche Auswüchse entstehen lassen?
"Es rettet uns kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun, uns aus dem Elend
zu erlösen können wir nur selber tun" heißt es in der Internationale die auch sie gern
singen. Doch wenn es um die Huldigungen in schlichtweg albernen Dimensionen geht, wo
man Zweifel an dem Geisteszustand des Jublers hat, wo die leiseste Kritik als
Gotteslästerung ausgelegt wird und im schlimmsten Fall die Umgebung des Despoten in
Form von geheimen Polizisten sich in Bewegung setzt um den Sünder zu stutzen in noch
schlimmeren Fall mit Folter und Mord, da hört der Spaß auf. Aber hier sind unsere
Jubelperser angesiedelt und entfalten ihr Können. Die wüstesten Märchen werden
aufgetischt, eine Religion fabriziert. Inzwischen dürfen wir den Hoxhaismus erleben.
Kürzlich majestätsbeleidigten in Moskau drei Frauen, Pussy Riot, genannt den neuen
Zaren im Kreml Putin. Ihnen blüht 7 Jahre Gulag in Sibirien. Die Beleidigung fand in einem
Gehäuse der Popen statt und wurde auch gleich als Gotteslästerung erklärt. Es würden
die religiösen Gefühle der Menschen beleidigt heißt es. Daß die Offenbarung religiöser
Gefühle im Lande von Lenin und Stalin in aller Öffentlichkeit möglich ist, wo doch Zar Putin
keine Gelegenheit offen lässt sich in aller Öffentlichkeit das Kreuz zu schlagen, sozusagen
eine öffentliche Demonstration seiner Frömmigkeit und Reklame für die Popen, kann
schon als Volksverblödung betrachtet werden und steht dem in nichts nach wie die Eiferer
mit Mohammed umgehen. Die Inquisition des Mittelalters mit ihrer Barbarei lässt grüßen!
Die Zerredung der Revolution in Syrien hat zur Folge, daß die Solidarität mit den
Revolutionären geschmälert wird. Die Zerredung der Revolution 1989 in Deutschland hat
ähnliche Dimensionen.

Soldatensprecher in Berlin:

Zentralrat der FDJ half beim ersten Treffen der Vertreter von Soldatenräten aus der
Republik Über die "Junge Welt", VOLKSARMEE und auch durch die Nachrichtenmittel der
NVA und der Grenzschutzorgane erfolgte die Einladung zu einem Meinungsaustausch am
13. Januar im Gebäude des Zentralrates der FDJ. Gekommen waren etwa 40 Vertreter:
Sprecher von Soldaten- oder Matrosenräten, ein Vertreter der marxistischen Gruppe in
Leipzig, Mitglieder der Trotzkistischen Liga sowie weitere Gäste aus Berlin (West), der
BRD und den USA. Der Gastgeber, Oberstleutnant L(...) B(...) von der Arbeitsgruppe
Jugend und Schutz des Sozialismus im Zentralrat der FDJ, gab gleich nach einigen
Begrüßungsworten zu verstehen: "Hier soll niemand durch die FDJ vereinnahmt werden.
Manche haben noch nicht begriffen, was ein Soldatenrat für Bedeutung hat. Viele wursteln
auch für sich selbst. Das Treffen hier soll nicht dazu dienen, irgend etwas zu
zentralisieren, sondern Meinungen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und so als
Signal dienen, überall Soldatenräte zu bilden." Wer es noch nicht wußte, der erfuhr es von
Major E(...) R(...) (Zentralrat der FDJ), dass bis zum 31. Januar 1990 die Strukturen der
FDJ in der Armee verschwinden. Sie haben sich nicht bewährt, bekannte er. Damit die
Interessen der Soldaten wirklich gewahrt werden, sollten überall Soldatenräte entstehen,
mit Soldaten als Sprecher, die kein Blatt vor den Mund nehmen, um ihre Rechte geltend
zu machen. Soldatenrat verstehe er nicht als "Vertreter von Parteien und Organisationen,
sondern als Interessenwahrnehmung der Armeeangehörigen im Grundwehrdienst".
Die damalige KPD/ML war nicht anwesend. Einzelne Mitglieder und Nichtmitglieder hielten einen
Maulaffen.
03.08.2012