34 Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. 35 Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; 36 und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. 37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.
(Mat 10)

36 Da sagte er: Jetzt aber soll der, der einen Geldbeutel hat, ihn mitnehmen und ebenso die Tasche. Wer aber kein Geld hat, soll seinen Mantel verkaufen und sich dafür ein Schwert kaufen. 37 Ich sage euch: An mir muss sich das Schriftwort erfüllen: Er wurde zu den Verbrechern gerechnet. Denn alles, was über mich gesagt ist, geht in Erfüllung. 38 Da sagten sie: Herr, hier sind zwei Schwerter.
(Lukas 22)

 "Der Nationalsozialismus ist weder antikirchlich noch antireligiös, sondern im Gegenteil, er steht auf dem Boden eines wirklichen Christentums."

"So glaube ich heute im Sinne des Allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn."
Katholik Adolf Hitler, Mein Kampf

Heim ins Reich.

Das heilige römische Reich deutscher Nation bekommt Besuch vom Papst. Er hält eine Rede als Staatsoberhaupt im Reichstagsgebäude dort wo so manches Kriegsgemetzel für Gott, Ehre und Vaterland ausgeheckt wurde. Trennung von Kirche und Staat ein fromm gehegter Wunsch. Konkordate von Hitler bis zum heutigen Bundespräsidenten, wen wundert es. Und so begrüßt die Pastorentochter einst in der DDR vom Konkordat mit der SED gut genährt mit einem Studienplatz für Physik den Besuch des Kirchenoberhaupts der katholischen Kirche mit Hauptsitz in Rom, dem Vatikanstaat ohne Grenzen und Zoll. Allianzen von Kirche und Staat sind lebensnotwendig für die Kirche, denn ohne die Kirchensteuer und sonstige Zuwendungen wäre es um die Kirche schlecht bestellt.

Nun kommt Ratzinger, so sein bürgerlicher Name, auch als ehemaliger Kindersoldat von Hitler, er war in der Hitlerjugend, dem letzten Aufgebot von Hitler, das man vor schickte um das heilige römische Reich deutscher Nation in den letzten Tagen des Krieges zu retten.

Das verhält sich in etwa dem wenn die Pastorentochter gern bei der FDJ war und zusammen mit der StaSi den Dissidenten Robert Havemann bespitzelte um den Untergang der DDR zu verhindern. Das war die Beobachtung feindlich-negativer Elemente. Nur ungern ist sie daran erinnert.

Der Hitlerjunge Ratzinger erzogen im frommen Glauben an den Führer hätte auch in den letzten Tagen des Führers sich aus diesem Volkssturm fern halten können. Aber nein, bedingungslose fanatische Gefolgschaft gepaart mit jugendlicher Naivität ließ durchhalten und bis heute dem 3. Reich nicht abschwören, während andere wie Bonhöffer am Galgen von Hitler landeten. Und so pflanzte sich der religiöse Sadismus in der Familientradition der Ratzingers fort. Sein Bruder dirigierte die Regensburger Domspatzen mit den bekannten Nebeneffekten wie Missbrauch von Minderjährigen. Bis heute hat Ratzinger diesen Sumpf nicht ausgetrocknet, außer etwas Asche aufs Haupt kam da nichts. Es zählt zu den Eigenschaften der Machtstruktur u.a. der katholischen Kirche die Untertanen mit derlei Manipulationen bei der Stange zu halten. Die Religion als Opium für das Volk macht es möglich. Diese Ausflucht in die Verantwortungslosigkeit ermöglicht es jede Sünde ungeschoren zu begehen. Es kann durch Dienst an Gott und dem Klingelbeutel abgelassen werden. Durch das Konkordat war es den Staatsanwälten nicht möglich die Kinderschänder zu fassen. Die Immunität der Kirchenbediensteten macht es möglich.

So stimmt die Basis mit den Füßen ab und verlässt diesen moralischen Hirtenverein.

Wir sind Papst titelte einst das Sprachrohr des deutschen Kapitals und feierte die Krönung eines deutschen Oberhirten in Rom. Endlich wieder die Auferstehung des 1000jährigen Reichs nach der Schmach von 1945 wo auf dem Brandenburger Tor die rote Fahne der Proleten und ihrer Roten Armee wehte. Diese innige Allianz von Hitler und Rom verkörpert durch das heilige römische Reich deutscher Nation, wobei Deutschland lediglich die Provinz dieses Weltreiches ist, steht in langer Tradition der Kreuzfahrerei und des Bußganges von dem deutschen Kaiser nach Canossa.

Der Besuch von Ratzinger sollte eigentlich ein Affront im Lande von Martin Luther sein. Doch die Pastorentochter hat hier vorgebeugt, die Ökumene macht es möglich, das Konkordat zwischen Katholen und Lutheranern ist wegen Kirchenaustritten längst beschlossen. Und der geistige Überbau des Kapitalismus, die Religion wird in Zeiten der Krise wieder kräftig bemüht, so wie das am Ende der DDR der Fall war. Eppelmann, Schorlemmer, Gauck, Führer in Leipzig sorgten dafür daß selbst SED-Schafe in der Kirche Platz fanden. Und so darf es niemand wundern, wenn aus der Revolution gegen den Sozialfaschismus allen voran die Pastorentochter aus den Ruinen wie der Heiland auferstanden ist. Die Wiedergeburt der Religion macht Appetit auf mehr.

Kirche und Faschismus

(Kirchenkritiker Karlheinz Deschner)

22.09.2011