Meuterei auf der Gorch Fock.

Wer nicht aufentert fliegt hieß es. So stürzte die 25 Jahre alte Offizieranwärterin Sarah Lena S. am
7. November während eines Hafenaufenthaltes im brasilianischen Salvador da Bahia aus der
Takelage. Danach wollten unmittelbar nach dem schmerzhaften Verlust der Kameradin viele nicht
mehr aufentern. Andere wollten nicht mehr mit der ’Gorch Fock’ weiterfahren. Es sei den beiden
Offizieranwärtern, die die Gespräche führten, und zwei weiteren Offizieranwärtern „seitens des
Kommandanten und des Ersten Offiziers mangelhafte Zusammenarbeit mit der Schiffsführung
unterstellt worden. Alle vier sollten wegen Meuterei und Aufhetzens der Offizieranwärtercrew noch
vor dem Auslaufen der Gorch Fock von der Ausbildung abgelöst und nach Deutschland geflogen
werden.“ Danach flog die ganze Crew und die Ausbildung wurde auf Eis gelegt. Was ist los bei der Marine, alles Weicheier und Warmduscher? Obwohl das Aufentern freiwillig ist,
da scheucht der Kommandant die Kadetten hoch und wenn nicht Meuterei. Fehlt nur noch Flagge
Lucy, das Durchziehen des Aufmüpfigen unter dem Kiel. Die merkwürdige Wandlung von der
Wehrpflicht zur Freiwilligenarmee hat so ihre Tücken. Ob Schleifer von Nagold oder die
Scheinhinrichtungen und Folterübungen, immer wieder kommt es bei der Bundeswehr zur
Verschiebung des Leitbildes des Bürgers in Uniform. Und beim jüngsten Bejammern eines „Unfalls“
in Afghanistan stellte sich heraus: es kam zu dem Unfall, als eine Gruppe von neun oder zehn
Soldaten in einem Zelt auf fahrlässige Weise mit Schusswaffen hantierten. Demnach durchschlug
die Kugel den Kopf des Soldaten.
Einfach so und ohne daß einer abdrückte. Erst hieß es
Selbstmord aber nun das.

Verantwortlich für dieses ist die erbarmungslose Kriegshetze. Pausenlos werden da Feindbilder
eingehämmert, Kriegsintrigen angezettelt, Terroralarm an der Heimatfront ausgelöst um die
Verteidigung des Vaterlandes am Hindukusch an zu heizen. All das wegen ein paar Hanseln, die
einen asymmetrischen Krieg führen, der so nie gewonnen werden kann. Dann schleichen noch KSK-
Truppen durch die Lande und sorgen für Stimmung. Beim Kundus-Massaker waren sie auch
zugegen. Die Politik verkauft den Bundeswehr-Einsatz als alternativlos. Eine Alternative wäre der
Abzug. Aber der verlagert sich immer mehr zur Handhabung dieses Teils des Gewehrs. In letzter
Zeit starben noch nie so viele NATO-Soldaten In Afghanistan. Die Kriegsmaschine rollt
erbarmungslos zum Endsieg, ein sinnloser Krieg wird geführt und lange wurde nicht mal von Krieg
gesprochen. Tote ohne Krieg, also wird die Lage angepasst. Zehn Jahre dauert das nun. Auf der
einen Seite die Abschaffung der Wehrpflicht, dann die Umwandlung der Bundeswehr in eine
Freiwilligenarmee nach dem Motto freiwillig stirbt es sich besser.
Ob auf der Gorch Fock oder in Afghanistan, klar wird, es verläuft eine Front quer durch die
Bundeswehr wo die Gewehre umgedreht werden. In Fort Bragg USA gab es das ebenso. Peinlich für
die Kriegshetzer.

20.01.2011

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