Der Hasenfuß.

Man nennt ihn auch Angsthase. Wenn der Hase flüchtet, dann schlägt er gekonnt Haken um sich seinem
Verfolger zu entziehen. Meist haben beim Kommiss die höheren Chargen diese Eigenschaft, glänzen mit
einer großen Schnauze und wenn es hart auf hart kommt laufen sie zum Feind über. Da sieht es dann
schlecht aus für den gewöhnlichen Soldaten. Das gibt im Krieg große Verluste unter den Soldaten. Unser
Friedensminister ist so ein Fall. Er kommt gern und oft nach Afghanistan auch mit Frau um den Soldaten die
Schulter zu klopfen. Auf Patrouille wurde er aber noch nicht gesehen. Dafür stellt er sich volkstümlich mit
Tablett wie das gewöhnliche Soldatenvolk zum Fressen fassen an. So weit so gut.

Nun hat aber ein gewisser Oberstleutnant Knauf befohlen, seinen Aufruf zur Gehorsamsverweigerung in der
Bundeswehr im Roten Marder zu zensieren. Das nachdem er bereits in der Südeutschen Zeitung
veröffentlicht wurde. Oberstleutnant Knauf ist Überläufer von der NVA zur Bundeswehr im Jahre 1989. Das
zu einer Zeit wo die Mannschaften Soldatenräte bildeten um ihre Zukunft zu diskutieren, die darin bestand
weil kein Sold mehr kam und auch keine Befehle, was tun? Zum Arbeitsamt oder zur Bundeswehr? Die einen
gingen zum Arbeitsamt, die anderen zur Bundeswehr und drehten dort ihren Hals, nicht die Gewehre. So löste
sich die NVA in Wohlgefallen auf. Man nennt es auch die friedliche Revolution und entspricht völlig der
Generallinie der SED von Friede, Freundschaft, Eierkuchen.
Das hastige Überlaufen zur Bundeswehr hat aber die alten Tugenden des preußischen Drills in der NVA nicht
abstreifen lassen. Schwierigkeiten mit dem Gehorsam kommt im Aufruf unseres wackeren Oberstleutants
Knauf zum Ausdruck. Soll er nun, oder soll er nicht? Ein wahrhaft schwankender Klassenstandpunkt. Einmal
öffentlich, dann wieder nicht. Dabei, und das muss ihm wohl zu oft um die Ohren gepfiffen haben, von seinen
Wessikollegen, Du bist Bürger in Uniform, der Befehl und Gehorsam in der Bundeswehr ist abgeschafft. Aber
das muss ihm wohl bein einholen und Überholen des Westens, dem 150 % W-Ossi ebenfalls um die Ohren
gehauen haben. Solche Spielverderber aus dem Osten, das mag man nicht. So erklärt die Pastorentochter,
Multikulti ist gescheitert. Das macht sich dadurch bemerkbar, daß die SED zwei Vorsitzende hat, eine für den
Osten, einen für den Westen. Bei der NVA wurde 1989 Befehl und Gehorsam ebenfalls abgeschafft, es gab
keine Höheren mehr die Befehle verteilten. Der letzte Kriegsminister der DDR Eppelmann, ein gelernter
Pfaffe, predigte Nächstenliebe. Nun da aber der jetzige Kriegsminister die Bundeswehr umstellen will auf eine
Freiwilligenarmee, wo freiwillig Befehl und Gehorsam regiert in der Hoffnung nun endlich nach zehn Jahren
kein Krieg endlich Krieg herrscht, der Bürger in Uniform abgeschafft werden soll, da ergreift unserem
wackeren Oberstleutnant Panik. Seine Karriere zum General ist in Gefahr seine fette Pension. Nicht
linientreu, ab zum Arbeitsamt, unehrenhafte Entlassung. Die Verwirrung ist groß.

1918 drehten die revolutionären Soldaten die Gewehre um. 1933 zogen einige Genossen der KPD braune
Hemden an auf Befehl von Walter Ulbricht. Dann holte er aus dem Nationalkomitee Freies Deutschland
gewendete Nazigeneräle in die NVA. Vom Geiste der 1918er Novemberrevolution wollte man in der NVA
nichts wissen. Da wurde lieber rot-preußisch gedrillt und der Alte Fritz gehuldigt. So war man schon immer
deutscher als die Deutschen und schwafelte von der sozialistischen Nation DDR. All das machte den
nahtlosen Übergang zum Klassenfeind angenehmer unter dem jetzt unser Oberstleutnat leidet.

10.02.2011

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