Abgeschrieben.

Wer abschreibt in der Schule bekommt eine sechs. Anders dagegen unser Friedensminister einen Doktortitel.
Das ist ungerecht wo unser Friedensminister immer so für Gerechtigkeit ist, der Saubermann der Nation ist
und dafür der beliebteste deutsche Politiker. Was machen jetzt aber seine Umfragewerte bei Spicken? Gehen
sie rauf wie bei Berlusconi, wollen da nur welche Skandalisieren? Man wird sehen.

Doch abschreiben hat noch eine andere wichtige Eigenschaft. Wenn ein Atomkraftwerk abgeschrieben ist,
nicht etwa zum Beispiel das von Tschernobyl auf eines wie Krümmel, beides Schrotthaufen, dann liefert das
eine noch Strom ohne daß der Staat das subventionieren muss. Gut für den Staat. Oder wenn die
Bundeswehr abgeschrieben ist beim Volk, dann mangelt es an Soldaten. Keiner will mehr hin. So muss der
Friedensminister beständig zu seinen Jungs in Afghanistan reisen, jetzt sogar auf gefährlichen Außenposten.
Nun war Bundespressekonferenz und die Journaille wartete sehnsüchtig etwas abschreiben zu können in ihre
Notizblöcke was denn der Herr Friedensminister so zu sagen hätte zu seinem Abschreiben seiner
Doktorarbeit. Normalerweise hat er soetwas mit links abgehandelt, die Journaille war es zufrieden und die
Tagesordnung nahm ihren Fortlauf. Doch dieses Mal kniff der Herr Minister und doziert nur vor erlauchter
Auswahl von Journaille. Allein schon so exklusiv den Seiber auf zu fangen aus dem Maul des Herrn Minister
ist für sich ein Skandal. So quittierte die Versammlung der Bundespressekonferenz komplett den Saal. Des
Herrn Ministers Lautsprecher saßen dumm da. Vom Medienheld in Afghanistan und Politquotengenie der
Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Was war da geschehen? Wo bleibt das Zugpferd als beliebtester
deutscher Politiker? Wer rettet die Bundeswehr vor der Freiwilligenarmee? Wer klopft erfolgreich in
Afghanistan den Soldaten auf die Schulter zwecks Förderung des Endsiegs? Feigheit vor der Journaille, den
embedded Lohnschreibern, eingebettet zwischen Kanonenfutter und Profit, ein einziger Scherbenhaufen der
Motivation. 80 % der Deutschen gegen den Krieg und der Friedensminister als beliebtester deutscher
Politikert, eigentlich die Quadratur des Kreises. Die geniale Zauberkraft des Friedensministers verpufft ins
Nichts. Nichts war mit Zugpferd als Wahlkampflokomotive in Sachsen-Anhalt. Das Blasorchester im Saal
tutete einen Trauermarsch, schiefe Mundwinkel bei seinen Fans, der Herr Minister spurtete stattdessen zum
Rapport zur Pastorentochter. Freiherr, was hast Du denn da gemacht, böser Blick und zischen wie eine
Schlange, denk an mich wie ich meinen Doktor von der Partei geschenkt bekam, weil ich immer artig den
M.-L. abgeschrieben habe, immer artig mit dem Wolf geheult habe. Nun sieh zu wie Du da wieder raus
kommst. Wenn Du nicht artig bist, lasse ich dich fallen wie eine heiße Kartoffel.
Erklärung des Herrn Ministers vor der Presse dann. Ich habe nicht abgeschrieben. Mein Titel ruht bis der
Beweis erbracht wird, nicht der des Ministers, sondern der Doktor. Die Erlauchten in Bamberg werden nun
abklopfen, während es die Spatzen schon aus dem Internet pfeifen: abgeschrieben ohne Ende. Nun gut, ein
Kriegsminister ohne Doktor mit dem Titel dieser Arbeit: aus vielem wird eins (auch abgeschrieben). Besser
wäre sein Titel gewesen: nichts Neues im Westen, weil einfältig und dumm. So hat der ganze Quark nur die
Fahnenflucht gefördert, ein typisches Zeichen der Zeit. Statt Durchhalteparolen in Kundus, Feldhaubitzen und
Machoschau, wäre sinnvoller gewesen die Exitstrategie, wie kommen wir aus dem Schlamassel wieder raus.
Bei leerer Kriegs- und Staatskasse wäre das eher gefragt als Ballern auf Pappkameraden am Hindukusch.
Der oberste General der BW beklagt Mangel an Kanonenfutter. Vielleicht versucht er es auf Lampedusa.
Da kommen genug hungrige Tunesier an. Man denkt schon nach über Ausländer in der BW. In den Schulen
und Arbeitsämtern lockte man vergeblich. Keine Lust auf einen todsicheren Job. Lieber Komasaufen als
Kampftrinken, wegen PISA nicht mal Abschreiben hat geklappt. Oh armes Deutschland, kein Endsieg mehr.

19.02.2010

Zurück