Die Grünen für umweltschädliches Fracking-Gas

Keine zwei Wochen nach der EU-Wahl („Europa-Wahl“), bei der die Grünen auch aufgrund ihrer umweltpolitischen und klimapolitischen Propaganda massive Stimmengewinne eingefahren haben, hat die Partei dafür gesorgt, daß die „Verordnung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Aufbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland“ durch den Bundesrat geht.

Hierbei geht es um den Import von durch äußerst umweltschädliches Fracking (Chemikalieneinsatz, Erdbeben etc.) gewonnenem Flüssiggas (aus den USA) sowie die Subventionierung der dafür notwendigen Terminals und weiterer Infrastruktur, die erst aufgebaut werden muß. Letztlich ist dies auch eine kaum verhohlene Subventionierung des auch noch äußerst teuren Gases aus den USA, welches die Trump-Regierung unter regulären Marktbedingungen wohl nicht los bekäme.

Der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel von Die Linke äußerte sich in einer Pressemitteilung mit dem Titel: „Bundesrat setzt durch LNG-Förderung fatales Signal für Fracking-Gas und gegen Klimaschutz“ unter anderem wie folgt zu der Angelegenheit:

Statt auf Klimaschutz und erneuerbare Energien zu setzen, hat sich der Bundesrat für den Import von dreckigem Fracking-Gas aus den USA und einen extrem klimaschädlichen fossilen Energieträger ausgesprochen. (…)

Wenig überraschend war, daß es wieder einmal der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) war, der versuchte, der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen und die Subventionierung von LNG-Terminals sogar als Beitrag zur Energiewende zu verkaufen. Bereits in seiner Amtszeit als niedersächsischer Wirtschaftsminister hatte er die Interessen der Gaskonzerne vertreten und sich massiv für das Fracking-Erlaubnisgesetz der Bundesregierung eingesetzt, mit dem Fracking in Tight-Gas-Reservoirs gesetzlich erlaubt wurde.

Keine zwei Wochen nach der Europa-Wahl, bei der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den Klimaschutz vollmundig zum bestimmenden Thema gemacht haben, ist die Partei der Klimaschutzbewegung in den Rücken gefallen. Gibt es unterschiedliche Ansichten über ein Gesetzesvorhaben in einer Landesregierung, enthält sich diese grundsätzlich im Bundesrat. Hätten sich alle Länder mit GRÜNER Regierungsbeteiligung enthalten, wäre die erforderliche Mehrheit für die LNG-Verordnung nicht zustande gekommen.“

Bizarrerweise erfolgte der Bundesratsbeschluß zur Subventionierung des teuren und umweltschädlichen Fracking-Gases just in dem Zeitraum, in dem die US-Regierung das US-Fracking-Gas in „Freedom Gas“ beziehungsweise seine Moleküle in „Molecules of Freedom“ umbenannte. Die Begriffe erinnern den Betrachter an die „Freedom Fries“ (statt French Fries“) in den USA aus der Zeit der Invasion des Iraks.

Watson.ch schreibt dazu:In einer Pressemitteilung des US-Energie-Departements vom Dienstag werden fossile Brennstoffe und flüssiges Erdgas (LNG, Liquefied Natural Gas) als „Freiheitsmoleküle“ bzw. „Freiheits-Gas“ bezeichnet. (…)

Aber es kommt noch besser. Die eigentliche Nachricht in der Pressemitteilung ist die Ankündigung einer neuen Gasverflüssigungsanlage im texanischen Houston Direkt am Golf von Mexiko gelegen, soll sie „Freedom Gas“ auch bekannt als flüssiges Erdgas in die Welt verbreiten.“