Die EU-Politiker sind völlig bekloppt

Auf der einen Seite kritisiert man die Tatsache, daß es sich bei den meisten afrikanischen Asylbewerbern in Wirklichkeit um Wirtschafts- und Armutsmigranten handelt, auf der anderen Seite jedoch sorgt die EU-Handelspolitik doch genau für solche Entwicklungen.Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den afrikanischen Ländern, welches derzeit von Brüssel vorangetrieben wird, macht die Sache zudem nicht besser. Ganz im Gegenteil: So schafft sich die EU nur neue Migrationswellen für die Zukunft.

Klar, angesichts der nach wie vor mißlichen wirtschaftlichen und finanziellen Lage einiger EU-Staaten erhofft man sich einerseits auch die Erschließung neuer Absatzmärkte auf jenem Kontinent, dessen Bevölkerung sich bis zum Jahr 2010 verdoppeln soll – doch andererseits ist es wieder einmal typisch, daß dieses Abkommen eigentlich nur den Interessen der Konzerne dient, nicht jedoch jenen der Menschen selbst. Weder in Afrika noch in Europa.

Das heißt: Tritt dieses Abkommen in Kraft, sorgt dies für weitere Umwälzungen in den dortigen Volkswirtschaften und zu einer Schwemme mit (durch Steuergelder subventionierte!) europäischen Produkten, gegen die die örtlichen Produzenten preislich und qualitativ kaum Chancen haben. Damit ruiniert man noch mehr die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen, die dann ihre Rettung in der Auswanderung nach Europa suchen. Dabei wäre ein stärker auf die Interessen der afrikanischen Bevölkerung ausgerichtetes Freihandelsabkommen längerfristig für die Europäer sogar sinnvoller und besser.

Diese Länder brauchen keine klassische „Entwicklungshilfe“ und kein ausbeuterisches „Freihandelsabkommen“ , sondern vor allem wirtschaftliche Aussichten für die Zukunft und Wachstumsmöglichkeiten, damit die Massenauswanderung aus wirtschaftlichen Gründen irgendwann auch ein Ende findet.Zudem sorgt die wirtschaftliche Stärkung dieser Länder dafür, daß man sich künftige kaufkräftige Verbraucher schafft – was beispielsweise die staatskapitalistische Volksrepublik China mit dem gewaltigen Investitionsprogramm dort ja bereits versucht. Aber da müssen auch die Europäer ran, weil das bisherige Wirtschafts-/Handelsmodell genau für das Gegenteil sorgt.

Müßten – wenn nicht das kurzfristige Profitinteresse der kapitalistischen Konzerne dies verunmöglicht. Bei jedem Problem stößt man immer wieder auf dieselbe Schranke, daß das Privateigentum an den Produktionsmittel eine gesellschaftlich sinnvolle Planung verhindert.