Diese Arbeitsbedingungen machen alle krank – Klinikpersonal entlasten!
Personalmangel in Krankenhäusern

Seit einiger Zeit kämpft das Personal der Uni-Kliniken Düsseldorf für eine Verbesserung seiner miserablen Arbeitsbedingungen. Gründe dafür gibt es mehr als genug. An den Kliniken herrscht in allen Bereichen ein massiver Personalmangel. Von der Küche bis zur Pflege – überall fehlen Kollegen. So kommt mittlerweile tagsüber eine Pflegekraft auf 14 Patienten, nachts muß sich eine einzelne Person sogar um bis zu 40 Patienten kümmern. Das Personal ist völlig überlastet, Leute müssen ständig Überstunden machen, auf Pausen verzichten,früher kommen und später gehen. Die damit verbundene körperliche und emotionale Belastung zehrt an der Gesundheit derjenigen, die sich Tag für Tag verausgaben, um kranken Menschen zu helfen.

Diese Bedingungen sind nicht nur für die Beschäftigten der Uni-Kliniken untragbar, sie verhindern auch die Ausbildung neuen Personals. Wenn die Praxisanleiter wegen der Engpässe permanent beschäftigt sind, können sie den Auszubildenden kein Wissen vermitteln.Außerdem ist eine Arbeit, die krank macht, für Auszubildende nicht besonders attraktiv. Auch in den Tochterfirmen, wo Menschen etwa in der Reinigung, der Küche sowie dem Transport arbeiten, wird immer mehr Arbeit auf immer weniger Schultern verteilt.

Die Forderungen der Beschäftigten sind einfach:
Mehr Personal für das Krankenhaus!
Verbesserung der skandalösen Arbeitsbedingungen!
Tarifverträge für die Mitarbeiter der Tochtergesellschaften!


Als potenzielle Patienten und Angehörige kranker Menschen haben wir ein Recht auf eine anständige Behandlung, ein Recht darauf, daß hygienische und medizinische Standards eingehalten werden. Dies ist aber nur dann möglich, wenn mehr Personal eingestellt wird!

Das Krankenhaus als Wirtschaftsbetrieb

Der Personalmangel an deutschen Krankenhäusern ist nicht vom Himmel gefallen – das Problem hat leider tief liegende Ursachen. In den letzten 20 Jahren wurde das Gesundheitssystem in Deutschland massiv umgebaut. Besonders die Einführung des Fallpauschalenprinzips (DRG) ab 2003/2004 war ein großer Schritt auf dem Weg der Ökonomisierung. Krankenhäuser werden in Folge nicht mehr nach Bedarf finanziert, stattdessen wird auf der Grundlage eines „leistungsorientierten“ Festpreisprinzips gezahlt. Für die Behandlung einer Erkrankung ist ein bestimmtes festes Budget veranschlagt – unabhängig davon, wie umfangreich die Behandlung tatsächlich sein muß. Manche Erkrankungen werden dadurch „gewinnbringender“ als andere, chronische Krankheiten dagegen „lohnen“ sich kaum.

Der Umbau des Krankenhauses in einen kommerziellen Betrieb und die damit verbundene Orientierung an Profit und Markt drücken die Qualität der Pflege immer weiter nach unten. Die Konkurrenz zwischen den Krankenhäusern – wer kann die meisten (Privat-) Patienten in der kürzesten Zeit so billig wie möglich versorgen – hat einen sogenannten „Kellertreppeneffekt“ zur Folge, ein universellen Absinken des Standards. Wenn Gesundheit zum Geschäft wird, geht das zu Lasten aller: Patienten, Angehörige und Mitarbeiter.

Pflege außerhalb der Krankenhäuser

Nicht nur in den Krankenhäusern, sondern auch in der Altenpflege treffen wir auf die Probleme Kommerzialisierung, Personalmangel, und sinkende Qualität.Wenn Gesundheit zur Ware wird, dann profitieren davon weder die Alten und Kranken, noch das Personal. Durch den Mangel an staatlichen Fördergeldern wird es zudem für viele Familien unmöglich, ein vernünftiges Pflegeheim für ihre Angehörigen zu bezahlen. Der Zustand des Gesundheitssystems betrifft als auch diejenigen, die ihre Eltern oder Großeltern nun selbst pflegen müssen, ohne dabei finanziell vergütet zu werden.

Stopp aller Privatisierungen, sowie schnellstmögliche Rückführung bereits privatisierter Krankenhäuser in öffentliches Eigentum!

Laßt uns gemeinsam für unsere Gesundheit kämpfen!