Steht die geplante EU-Armee in Konkurrenz zur NATO?

Im November äußerte Ursula von der Leyen, Zitat:“Das ist heute ein historischer Schritt. Denn die gemeinsame europäische Verteidigung war mal ein Gründungsgedanke der Europäischen Gemeinschaft, dann hat der 60 Jahre lang brach gelegen.“ Derzeit versuchen die CIA und die von ihr finanzierten NGOs das Märchen der anglo-amerikanischen Nachkriegsgeschichte wieder hervor zu holen; demnach stehe die geplante sogenannte E-Armee in Konkurrenz zur USA und ihres Kriegskommandos NATO. Aber ist das wirklich so?

Als erstes muß man wissen, daß die NATO bereits direkt nach ihrer Gründung Anfang der 50er Jahre dieses Projekt versuchte in Europa durchzusetzen, damals unter dem Namen EVG (Europäische Verteidigungsgemeinschaft). Auf diesen historischen Vorgang nimmt auch die BRD-Kriegsministerin von der Leyen Bezug. Das Projekt EVG scheiterte schließlich 1954 daran, daß Frankreich, im Gegensatz zum US-besetzten Deutschland, seine Zustimmung verweigerte. Das Thema berührt, über die militärische Sicht hinaus, grundsätzliche Fragen zur Auslegung der Epoche.Wer bereits bei dieser Herausforderung scheitert, wird auch nicht in der Lage sein, den tatsächlichen Wesenszug der geplanten EU-Armee zu erkennen.

Die vom CIA entwickelte Lüge gründet auf der Erzählung, die EU sei das Werk der Europäer und demzufolge auch durch die Bürger Europas demokratisch ausgewiesen und kontrolliert. Natürlich ist die Idee der europäischen Einigung eine alte Idee in Europa.z. B im von Rudolf Hilferding und Karl Kautsky geschriebenen Heidelberger Programm der SPD von 1925. Was jetzt Martin Schulz im Interesse des Kapitals wieder aufgreift. Die zentralistische, undemokratische EU ist so ziemlich das genaue Gegenteil dessen, was die Europäer im Sinn hatten.

Die Funktion der Institution EU für den globalisierten Imperialismus besteht darin, die bürgerlich-demokratische Republik der Europäischen Aufklärung aufzulösen und somit die , institutionell an den Nationalstaat gekoppelte, demokratische Teilnahme des Volkes auszuhebeln. Leider haben viele bereits die Studie der ETH Zürich „The network of global corporate control“ von 2011 vergessen, die anhand umfangreicher Datenbestände die Verflechtung und ökonomische Machtposition des transnationalen, globalen Kapitals dokumentiert.

Der heutige Entwicklungsstand der Kapitalakkumulation im globalen Maßstab bildet die ökonomische Grundlage der internationalen Geopolitik. Wer erzählt, der deutsche Imperialismus würde versuchen, sich in Konkurrenz gegen den US-Imperialismus aufzulehnen, an dem ist die Entwicklung erkenntnislos vorübergegangen. Das deutschstämmige Kapital und der deutsche Imperialismus und seine Interessen wurden längst durch den globalen Imperialismus assimiliert. Das trifft natürlich nicht nur auf Deutschland zu, sondern gleichsam auf alle Staaten des Westens.

Einfacher zusammenfassend ausgedrückt: Das transnationale Kapital kontrolliert über den tiefen Staat die Siegermacht USA, kontrolliert über die USA seine eigene künstliche Konstruktion BRD, kontrolliert über die BRD die Institution EU. In Abwandlung des Sprichworts: Europa denkt, die CIA lenkt. In diesem Lichte betrachtet, gilt es, den Wesenskern der Europäischen Union zu verstehen, und damit korrespondierend auch der geplanten EU-Armee. Aufschlußreich ist zudem, was die NATO selbst zum Projekt EVG 2.0 sagt, Zitat aus der Süddeutschen Zeitung:NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg begrüßte das Vorhaben. „Eine stärkere Verteidigung hat das Potenzial, uns bei der Steigerung der Verteidigungsausgaben zu helfen, neue Kapazitäten zu schaffen und die Lastenteilung in der Allianz zu verbessern“, sagte er vor einem Treffen mit den EU-Ministern. Nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump haben die USA ihren Ruf nach höheren Verteidigungsausgaben der anderen NATO-Staaten noch einmal deutlich verstärkt, das Thema dominierte zuletzt das transatlantische Verhältnis.“

Kriege erschweren durch Austritt aus der NATO, EU und Wiedereinführung der Wehrpflicht!