Vor hundert Jahren wurden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ermordet

Ewiger Ruhm für Karl und Rosa!

Genau vor 100 Jahren, am 15. Januar 1919 wurden die revolutionären Führer der deutschen Arbeiterklasse Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg von den rechtsterroristischen Freikorps unter Führung der Arbeiterfeinde der SPD ermordet und ihre Leichname in den Berliner Landwehrkanal geworfen.

Die SPD benutzte die rechtsradikalen Freikorps, die Vorläufer der Nazis, um die Rätebewegung der Arbeiter, Bauern und Soldaten zu zerschlagen und ihre Posten zu retten. Friedrich Ebert, der Vorsitzende der SPD und erster Reichspräsident der Weimarer Republik wollte sogar die Monarchie retten.Er beauftragte den Volksbeauftragten für Heer und Marine Gustav Noske gegen die revolutionäre Arbeiterbewegung mit Gewalt vorzugehen. Noske antwortete ihm:“Meinetwegen, einer muß der Bluthund werden.“Der Reichswehrminister Noske (SPD) ermunterte den Freikorps-Offzier Waldemar Pabst zum Mord mit den Worten:“Dann müssen Sie selbst wissen was zu tun ist.“

Seitdem gibt es das geflügelte Wort:“Wer hat uns verraten – Sozialdemokraten!“

Das ist aber nicht richtig, denn die SPD hatte schon vor 1914 eine falsche Linie: erstens Krieg gegen den Hauptfeind Rußland und zweitens die Übernahme statt Zerschlagung des preußischen Staatsapparats.

Die ganzen Friedenskundgebungen der SPD vor 1914 richteten sich nur gegen Kolonialkriege und Kriege gegen Frankreich und Großbritannien.August Bebel und die SPD führte die Linie fort, die den russischen Zarismus seit der bürgerlichen Revolution von 1848 als Gendarm Europas und Hauptfeind des Fortschritts deklarierte. Diese Einschätzung war wohl bereits seit Rußlands Niederlage im Krimkrieg überholt, weil der Zarismus damit aufhörte, europäische Ordnungsmacht zu sein. Definitiv war sie seit dem verlorenen Krieg des Zarenreichs gegen Japan und der anschließenden Revolution von 1905-07 verfehlt. Doch der Parteivorstand negierte alle Versuche, die antirussische Position zur Vaterlandsverteidigung zu revidieren, und Bebel verkündete weiterhin im Reichstag, daß er in einem Krieg mit dem barbarischen Rußland jederzeit „die Flinte auf den Buckel“ nehmen würde, um die Zivilisation und die Errungenschaften der deutschen Arbeiterbewegung zu verteidigen.Dabei gingen die SPD-Führer Bebel,Ledebour und Frank am 24. April 1913 im Reichstag soweit die Nachrüstung und den Schlieffenplan (bei einem Zweifrontenkrieg zuerst Frankreich angreifen inkl. Durchmarsch durch das neutrale Belgien)zu unterstützen, um sich nach dem in Bälde erwarteten Sieg im Westen Rußland zuzuwenden. Somit war die Zustimmung zu den Kriegskrediten 1914 keine Überraschung.

Die SPD und der Staat

August Bebel führte auf dem Magdeburger Parteitag der SPD 1910 aus: „Es gibt keinen zweiten, dem preußischen ähnlichen Staat, aber wenn wir einmal diesen Staat in der Gewalt haben, haben wir alles,...im Süden versteht man nicht diesen Junkerstaat in seiner ganzen Schönheit.“ (Parteitagsprotokoll 1910) „haben wir alles“ ist eben dieser Denkfehler, der zum Ebert-Groener-Pakt führte, zu der Fortführung des junkerlichen Staatsapparats ohne Kaiser bis zur Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch Hindenburg.

Karl Marx hatte aus den Erfahrungen der Pariser Kommune von 1870/71 die Schlußfolgerung gezogen, daß die Arbeiterklasse die vorhandene Staatsmaschinerie nach einem Sieg nicht einfach übernehmen könne, sondern sie zerschlagen und eine neue aufbauen müsse. Bebel dagegen betrachtete den Staat als neutrale Instanz, den man unter sozialdemokratischer Führung fortführen könne.

Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht – revolutionäre Führer der Arbeiterklasse

Es ist das große Verdienst von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg mit der falschen Politik der SPD von Bebel und Ebert gebrochen , gegen die Kriegskredite am 2. Dezember 1914 gestimmt zu haben und die Räterepublik, die Diktatur des Proletariats ausgerufen zu haben.Für seinen antimilitaristischen Kampf bekam er 4 Jahre und 1 Monat Zuchthaus.

Aber es ist normal, daß diese Genossen auch einige Fehler machten, die Bolschewiki kritisierten hinsichtlich Partei, nationale Frage usw. Jedoch machten sie von der Februarevolution 1917 bis zu ihrer Ermordung einen Prozeß der Leninisierung durch.

Ernst Thälmann: „in all den Fragen, in denen Rosa Luxemburg eine andere Auffassung als Lenin vertrat, war ihre Meinung irrig, so daß die ganze Gruppe der deutschen Linksradikalen in der Vorkriegs- und Kriegszeit sehr erheblich an Klarheit und Festigkeit hinter den Bolschewiki zurückblieb.“

Jedoch ihr Hauptfehler war nicht - wie viele meinen, die KPD zu spät gegründet zu haben, sondern das falsche „Oktoberprogramm“ von Spartakus/KPD. Dieses Programm sah jedoch eine proletarische Alleinrevolution zur Errichtung einer Diktatur des Proletariats vor und war angesichts der sozialen und politischen Verhältnisse in Deutschland zum Scheitern verurteilt. In Rußland hatte Lenin, um den Sieg der Oktoberrevolution zu sichern, das jahrelang verfochtene Agrarprogramm der SDAPR über Bord geworfen, das Programm der Sozialrevolutionäre übernommen und so die Unterstützung der Bauern für die Regierungsübernahme durch die Bolschewiki erhalten. Luxemburg hielt diese Wende Lenins für falsch,sie dachte nicht daran, ihre Sozialismusstrategie für Deutschland umzustoßen.

Lenin über Rosa Luxemburg: „Aber trotz allen dieser Fehler war sie und bleibt sie ein Adler.“

Der Kampf von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht für die sozialistische Revolution muß weitergeführt und zu Ende gebracht werden!


www.rotermorgen.info E-Post: kpd-ml@netcologne.de