Brief an Mr.Solar!

Guten Tag Mr. Solar,
der letzte Energiedinosaurier China hat der Erde in Kopenhagen vorgemacht, wie der Große Sprung in den Steinzeit (Kohle) Kommunismus aussieht. Ein Grund den Ramsch aus dem Reich der Mitte erst gar nicht auf unsere Müllkippen oder Verbrennungen landen zu lassen. Im Clinch mit dem Energiedrachen hat Mr. Yes we can gelegen und verloren. Und Europa sah machtlos zu, während die Klimaopfer des Südens hungrig wieder nach Hause fuhren. Somit hatte sich die Klimadebatte erledigt und jeder verreckt an der Klimakatastrophe für sich allein.
Das Verkokeln von fossilen Brennstoffen geht also weiter wie bisher. Die Großen Vier in diesem Lande investieren lieber in Aktiencoupons statt für die Daseinsvorsorge oder bauen in Moorburg oder NRW Energiedinosaurier mit Steinkohle. Per Netzmanagement würgen sie die Erträge von Erneuerbaren runter, damit wegen Stromüberschuss die Leitungen nicht durchglühen. Weil zu viel Strom da ist, gehen die Preise per Poker an der Leipziger Strompreisbörse hoch.
Längst haben wir einen europäischen Netzverbund für Strom. Scheint die Sonne in Spanien oder pustet der Wind in der Nordsee, per Intelligenz gehen nicht mal nachts die Lichter aus. So wird in Norwegen das Wasser wieder bergauf gepumpt, wenn in Spanien die Sonne scheint, etc. Das Problem, es ist zu viel Strom da. das musste Vattenfall in Krümmel bitter erfahren, als der Trafo durchschmorte als sie wieder ans Netz gingen. Da hatte wohl irgendein Daddelchef am Computer gepennt beim Netzmanagement.
Die Überproduktionskrise hat also auch den Strom erfasst.
Solarstromerzeuger werden als Schmarotzer von den Großen Vier dargestellt, wenn das keiner glaubt, wird mit fingierten Leserbriefen wie die eines gewissen Dr. Dietrich aus Honsdorf nachgeholfen, der wohl vom Krümmelmonster einen Energiekoller bekommen hat.
Gut gejammert ist doppelt verdient. So sind all die privaten Investitionen in Kraftwerken der Bürger Geld, was die Großen Vier nicht ausgeben müssen und in den Taschen der Aktionäre landet, statt für die Daseinsvorsorge. Dümmer kann Ökoschwindel nicht aussehen. Die Privatisierung der Stromerzeugung ein wahrer Renner.
Wir wissen, lange Stromleitungen bringen Verluste. Nun fließt der Strom nicht etwa von Spanien nach Norwegen, sondern alles was am Netz angeklemmt wird erhöht die Spannung. Je mehr und je kürzer die Zuleitungen, desto besser, reduziert die Verluste. Dezentral ist Trumpf. Nun steckt die Stromwirtschaft in einer Zwickmühle. Viele kleine Konkurrenten beleben das Geschäft, sollten. Gerade wenn sie privat sind. Und da werden die Großen Vier die Geister die sie riefen nicht mehr los. Wurden noch PV-Anlagen einst bezuschusst, ist das heute nicht mehr der Fall, sie sind Schmarotzer. Findige Finanzämter gar erklären diese als Liebhaberei, keine Förderung bei Betriebskosten, man möchte nicht vermuten, die Großen Vier hätte  da ihre Finger im Spiel. Beim Gesetzgeber aber saßen sie bereits mit am Tisch und formulierten das Energieeinspeisegesetz beim Netzmanagement zu ihren Gunsten. Es darf gedaddelt werden, spart eben neue Leitungen und Strommasten, dürfen dann beim nächsten Schnee ruhig umfallen. Alles für die heilige Dividende der Aktie.
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Glück so nahe liegt?
Im Durchschnitt feuert die Sonne in unseren Breitengraden pro Quadratmeter im Jahr 1000 kWh vom Himmel. Nimmt man eine Dachfläche  von etwa 50 m² dann sind das pro Jahr 50 000 kWh. Vergleicht man die mit der Stromrechnung, dann kommt das Schaudern, denn hier gehen die Uhren verkehrt herum. Man bezahlt quasi für leere Energiedächer, wirft Energie in den Mülleimer. Möglich ist dies weil die Strommonopole das so wollen. Es übersteigt die Kaufkraft des Bürgers wollte er sein ganzes Dach mit Energiefängern ausrüsten. So wirft er mit teurem Strom den Großen Vier und seinen Kostgängern den Rachen voll und bibbert lieber im Winter, weil das Stromnetz wie in Südfrankreich überlastet ist.
Die Elektrizitätswerke Schönau machen es vor, einen Teil der Stromrechnung geht in einen Pott aus dem Erneuerbare Kraftwerke finanziert werden. Pech nur ist, daß sie für die Durchleitung im Netz zu viel Wegezoll bezahlen müssen. Das schmeckte der EU-Kommission nicht, kein Wettbewerb. So brummte sie den Großen Vier ein Kartellrechtsverfahren auf, denn bei den deutschen Wesen der Großen Vier endete Europa und sein Netz an der Staatsgrenze. Ein chronischer Webfehler der EU.
Daseinsvorsorge dient also nur den Aktionären der Großen Vier. Da sie sich nun auch verzockt haben, wie derzeit modern, kann es passieren, daß wir im Dunkeln sitzen. In den USA ist dafür schon der Probelauf  gewesen, auch hier kommen Stromabschaltungen in Mode. Das ist schlecht für das Wachstum der Wirtschaft, das so sehnlichst herbei gewünscht wird.
Damit dieser Spuk nicht eintritt hat man einst im Grundgesetz den Artikel 15 Sozialisierung erfunden. Doch mit Gesetzestreue ist es in diesem Lande nicht weit her. Jüngst wollte die SED im Stadtrat von Lüneburg die AVACON rekommunalisieren, was für ein Wort.
Denn der OB Mägde hat zwei Herzen in der Brust, eines schlägt für AVACON, wie er bekannte, das andere für den Bürger bei Wahlen.
Die aber sind aus dem Takt geraten. AVACON hat sich mit zu teuren Strom und falscher Kundenbindung 20 Millionen Euro in die Tasche gesteckt von 40 000 Stromkunden, hat ihre eigenen  AGBs über den Haufen geworfen. Nun geht das Geeiere los, zahlen oder nicht zahlen zurück an den Bürger. Jüngst wurde die Vertragsverlängerung mit AVACON im Stadtrat durchgewunken. Es kann  weiter gezockt werden. Das eine Herz  des Herrn Mägde macht es möglich.
Eigentlich müsste der Staatsanwalt bei AVACON einkehren und die Schiebereien untersuchen. Doch bis zum 1. Dezember 2009 war der politisch weisungsgebunden, einmalig in Europa, Doch nun ist auch Europa nach Deutschland gekommen und hat das Nazi-Sondergesetz aufgehoben. Beim unterschreiben der neuen EU-Verfassung hat wohl unser Präsi die Brille nicht aufgehabt.
Man darf gespannt sein wie nun die Pfründe sich bei den Energieversorgern wandeln.
Kleinstaaterei gerade in der Wirtschaftskrise ist das untauglichste Mittel um die Karre aus dem Dreck zu bekommen, Lösungen sind gefragt und die werden kommen, schneller als die Polizei bislang erlaubte.
Moin
und munter bleiben
Reinhard

27.12.2009

Zurück