John Heartfield - Photomontage

Wenn ein Künstler die Ausbeutung und den Krieg auch nur hinnimmt, dann ist seine Begeisterung für Kunst eine Lüge!

John Heartfield (alias Helmut Herzefelde), 1891-1968: Maler, Reklamezeichner, Typograph, Layouter, Redakteur, Buchillustrator, Dokumentarfilmer, Trickfilmer, Bühnenbildner, als Fotmonteur bekannt geworden: "Wenn ich Fotos sammle und sie geschickt gegenüberstelle, bekomme ich Montagen mit agitatorisch-propagandistischer Wirkung..." (Heartfield 1931).

"Unter dem Einfluss des ersten Weltkrieges 1914-18 begannen die Pfeiler der bürgerlichen Kultur und Moral zusammenzubrechen. Die Künstler konnten mit den Ereignissen nicht mehr Schritt halten. Der Bleistift erwies sich als Mittel zu langsam..."

1930 - 1938 Fotomontagen für die A-I-Z (Arbeiter-Illustrierte-Zeitung)

"Benutze Photo als Waffe"

John Heartfield

(1891-1968)

Helmut Herzfeld, Sohn des sozialistischen Schriftstellers Franz Herzfeld (Pseudonym Franz Held) geboren. Bereits im Alter von sieben Jahren verloren und seine drei Geschwister beide Eltern. Er und sein fünf Jahre jüngerer Bruder Wieland wurden von der Familie Varnschein aus Aigen aufgenommen. 1905 konnte Helmut (John) eine Lehre als Buchhändler beginnen. Zwischen 1908 und 1912 studierte er an der Kunstgewerbeschule in München und arbeitet kurze Zeit als Werbegrafiker in Mannheim. 1913 zog es Ihn erneut nach Berlin. Er studierte an der Kunst- und Handwerkerschule in Charlottenburg.

1916 übersetzte Helmut Herzfeld als Reaktion auf Ernst Lissauers "Gott strafe England" seinen Namen ins englische und nannte sich fortan John Heartfield. Die Annerkennung von den Behörden blieb jedoch aus. Mit dem Maler Georg Grosz begann er eine Antikriegs-Kampagne.

1917 gründete er mit seinem Bruder Wieland den "Malik-Verlag". Zuvor wurde der Verlag "Neue Jugend", der die gleichnahmige Zeitschrift herausbrachte, verboten. Desweiteren arbeitete er zu dieser Zeit als Filmausstatter in Berlin. Bereits 1918 trat er sein Bruder Wieland und George Grosz der KPD bei. Nach einem Streikaufruf (aufgrund der Ermordung von Liebknecht und Luxemburg) wurde er 1919 bei der UFA entlassen. 1920 engagierte er sich bei der ersten DADA-Messe in Berlin und stellte auch erstmalig eigen Arbeiten aus. (DADAISMUS) 1921 sammelte er Erfahrungen in der Gestaltung von Buchumschlägen, die er später auch für den Malik-Verlag gestaltete. 1924 erstellte er seine erste Fotomontage mit dem Titel "Nach zehn Jahren. Väter und Söhne 1924" für ein Schaufenster der Malik-Buchhandlung in Berlin. Desweiteren war er Mitbegründer der "Roten Gruppe". 1933 floh er angesichts der Machtergreifung Hitlers nach Prag. Bereits 1934 wurde er ausgebürgert. Aus seiner Austellung in Paris wurden 1936 auf Verlangen des deutschen Gesandten mehrmals Arbeiten beschlagnahmt. Am 06.12.1938 floh er nach London, und lebte dort im Exil. 1940 musste er sich in England für sieben Wochen in Internierungslager für "feindliche Ausländer" begeben, aus denen er aus Gesundheitsgründen wieder entlassen wurde.

1950 kehrte er nach Deutschland (Leipzig) zurück. Er gestaltete Bühnenausstattungen für das Deutsche Theater und das Berliner Ensemble (insbesondere für Inszenierungen Bertolt Brechts) arbeitete aber auch für verschiedene Verlage. 1957 erhielt er den Nationalpreis für Kunst und Literatur der DDR, 1958 die Medaille Kämpfer gegen den Faschismus. Die Würdigung seiner Arbeiten erfolgte weiterhin durch die Verleihung eines Professorentitels (1960), des Friedenspreises (1961) sowie des Karl-Marx-Ordens (1967). Seinen Wohnsitz verlegt er Mitte der fünfziger Jahre, auch auf Anraten Bertolt Brechts, nach Waldsieversdorf.

Am 26.04.1969 verstarb John Heartfield an einem Hirnschlag in Berlin, wo er auch beigesetzt wurde.

Der Henker und die Gerechtigkeit. Goering im Reichstagsbrand-Prozess: Für mich ist das Recht etwas Blutvolles.

John Heartfield propagiert einen neuen Typ des Kunstproduzenten, den eingreifenden "operierenden" Künstler, der politisch Stellung nimmt, indem er auf aktuelle Ereignisse reagiert.
Mitbegründer der "Roten Gruppe", Vereinigung kommunistischer Künstler in Berlin 1924:
- gegen eine Kunst, die nur Schönheit und Wohlgefallen repräsentiert ("Museumskunst" des 19. Jahrhunderts),
- für eine "angewandte" Kunst, die der gesellschaftspolitischen Aufklärung nützt.

Kapitalistische Arbeitsbeschaffung: Millionen Arbeitslose bauen neue Zuchthäuser für die anderen, die keine Arbeit bekommen können.
Der Sinn des Hitlergrußes: Motto: Millionen stehen hinter mir! Kleiner Mann bittet um große Gaben.

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