Das Finkenschlagen

Es gibt neben der bürgerlichen Kultur von Pop, Suff und Geschrei noch eine Kultur die zwar auch laut aber doch nützlich ist, weil sie die Herzen der Proleten erwärmt. Die Bergleute hatten bekanntlich Finken unter Tage und wenn die nicht mehr schlugen, dann war Alarm angesagt, die Luft war schlecht und man musste schleunigst an die Frische, sonst blieb man leblos im Berg. Doch immer verstanden die Proleten das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden. In der Freizeit veranstalteten sie mit ihren Finken zum Beispiel in Clausthal-Zellerfeld im Harz alljährlich das sogenannte Finkenschlagen. Da wurden die Käfige aufgestellt mit den Finken und die schlugen was ihre Hälse her gaben. Denn es ist üblich ihr Revier mit Geschrei ab zu stecken. Irgendwann verstummte einer nach dem anderen dieser kleinen Schreihälse und der Platzhahn war der Sieger. Den nahm man dann zum Befruchten einer Finkenhenne, damit die lauter tüchtige kleine Schreihälse für den Bergbau mit lautem Talent aus den Eiern schlüpfen ließ.

So war immer gewährleistet, daß die Bergleute im Stollen nicht blau an liefen wegen Luftmangel, weil die Finken kräftig schlugen. Heute nun hat die Technik diesen Brauch überholt und die Firma Dräger den Finken ersetzt. Der Brauch wurde aber erhalten und erfreut alljährlich die Besucher im Harz.

Übrigens ähnlich verhält sich der Kuckuck mit seinem Ruf. Er jubelt bekanntlich anderen Vögeln seine Eier unter und lässt sie ausbrüten weil er zu faul dazu ist. Er beschäftigt sich lieber mit Reviergeschrei. Gewisse derartige Überlebensstrategien sind auch bei einigen Menschen vorhanden. Es sind die der Marktschreier, aber auch Politiker der Marktwirtschaft die mit ihrem Geschrei die Konkurrenz verscheuchen, eine typisch kapitalistische Eigenschaft, denn wie heißt es so schön, Konkurrenz belebt das Geschäft. Nun wissen wir aber daß Konkurrenz und Kapitalismus den Tod des Proleten bedeuten, er dies alles andere als nützlich betrachtet. Er ist es gewohnt in den Buden und auf den Feldern Hand in Hand zu arbeiten, sonst gelingt das Tagwerk nicht.

Nun haben wir im Sektor KPD/ML diverse Abteilungen auf dem Markt im Internet. Moderne politische Marktwirtschaft eben. Einer schreit aus der Tundra, derzeit besonders laut, ein anderer aus dem Ländle etwas leiser, andere sind bereits verstummt, so in Berlin und Magdeburg. Alle haben das gleiche Firmenzeichen, alle huldigen Ernst Aust. Weht nun der Wind des Klassenkampfes härter, dann steigt auch das Geschrei an. Wer wird der Sieger? Ein Hauen und Stechen wie derzeit auch in der SED ( der Rote Morgen berichtete) ist angebrochen. Verwundert reibt sich der Prolet die Augen, das soll meine Partei sein?

Auch ein anderer Trend ist sichtbar, da kommen Proleten zum Roten Morgen und sagen: das isses. Ob den Schreihälsen die Felle wegschwimmen? Abwarten.

Die Versammlung der Revolutionäre, war sie eine Proletarische, war stets eine Freiwillige, Diadochenkämpfe waren stets die Eigenschaft, wie SED-Gysi das trefflich kürzlich sagte, sich von Karriere- und Kommerzgedanken leiten zu lassen. Der Bedarf an Vorsitzenden mit Gliedern ist gedeckt. Nur sind seine Wasserpredigten das Merkmal frommer Untergangswünsche der bürgerlich-revisionistischen Welt, derlei Kandidaten gibt es anscheinend auch in der KPD/ML.

Ein Gruß aus Finnland!

14.01.2010

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