Kommentar einer deutschen Jüdin zu den Peres-Lügen in der FAZ

Wie sich die Bilder gleichen! Zionismus = Faschismus = Nazibarbarei!

Betreff: Kommentar einer deutschen Jüdin zu den Peres-Lügen in der FAZ
Kommentar 2 des Monats Januar 2010
von Evelyn Hecht-Galinski, Publizistin

Peres will deutsche Juden von der Schattenseite befreien

Fassungslos las ich am Samstag das Interview
http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/23/im-interview-schimon-peres
mit Schimon Peres in der FAZ. Als Abonnentin dieser „liberalen“ Zeitung empfinde ich es beschämend, diesen israelischen Präsidenten so ungebremst seine Propagandalügen (neudeutsch PR) verbreiten zu lassen.

Die beiden Interviewer – davon K.D. Frankenberger extra nach Jerusalem geflogen und der Israel Korrespondent der F.A.Z. H.C. Rößler – verpassten die Gelegenheit die richtigen Fragen zu stellen.
Lassen Sie mich also kurz das http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/23/im-interview-schimon-peres
Interview mit Ihnen gemeinsam durchgehen.

Erste Frage: Natürlich Iran und Nuklear Bewaffnung. Antwort: Die Bedrohung, die von Iran ausgeht – natürlich für die ganze Welt, weil sie den Mittleren und Nahen Osten dominieren, den Libanon erschüttern, mit Syrien und der Hamas zusammenarbeiten und ihren religiös verbrämten Imperialismus bis nach Lateinamerika tragen.

Die Wahrheit ist: Im Gegensatz zum Iran, der über keine Atomwaffen verfügt, besitzt Israel bereits Atomwaffen. Das müsste gerade der „Vater“ der Atombombe wissen. Nicht der Iran bedroht unsere Sicherheit, sondern Israel alle Staaten im Nahen Osten und stößt weltweit seine Drohungen gegen nicht genehme Regime aus. Peres spricht von der Bedrohung der religiösen Fanatiker. Sind nicht heute im jüdischen Staat die religiösen Fanatiker die größte Gefahr?

Danach verlangt er Wirtschaftssanktionen gegen den Iran. Mit welcher Begründung eigentlich? Besetzt, unterdrückt und drangsaliert der Iran ein anderes Volk? Hat der Iran ein Volk seines Landes beraubt und enteignet?

Dann bezeichnet sich Peres als Anhänger einer ethischen Außenpolitik. Was meint er damit? Etwa Israel als Menschenrechts verletzender und kriegerischer Staat, der ganze Landstriche mit seinen „ethischen Waffen“ verseucht hat?

Dann geht er auf Carter ein, der den Russen auf einer Konferenz das Thema Menschenrechte vorhielt, denen das sehr peinlich war. Denen war es im Gegensatz zu Israel wenigstens peinlich!

Dann geht er wieder auf den Iran und die UN Charta ein, die Iran als Mitglied missachtet. Ja, wer missachtet denn fast jeden UN Beschluss und lässt die Schutzmacht USA ständig Vetos einlegen? Nur Israel!

Noch verlogener wird es, wenn er fordert sich an „Werten“ zu orientieren – nur die Wirtschaft und Armeen reichen nicht – nein, die Welt muss moralisch ihre Stimme erheben.

Richtig! – Die Welt muss moralisch die Stimme erheben gegen die Besatzungsmacht Israel. Er hat recht: Das ist nicht nur die Aufgabe von Regierungen oder internationalen Organisationen. Sondern die Stimme des Weltgewissens muss laut und deutlich zu hören sein. Wie wahr, wie wahr!

Dann kommt er auf die besonderen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel, die mehr auf Werten als auf Interessen bestehen. Welche Werte sind? Die Werte der Unterdrückung und Besatzung? Nein, es sind die Interessen
der Waffen- und Wirtschaftslobby. Sehr interessant ist es, wie er Kanzlerin Merkel diesen moralischen Aspekt der aktuellen Themen erklären wird.

Dann kommt er auf den Holocaust Gedenktag und seine Rede vor dem Bundestag und zitiert ausgerechnet Ben Gurion, derselbe Ben Gurion, der seinem Sohn schon in den 30er Jahren schrieb, die beste Gelegenheit um Palästina jüdischer und weniger arabisch zu machen, seien Kriege. Das haben er und der jüdische Staat bis heute bewiesen. Und wie sagt Peres: Wer eine neue Zukunft bauen will, darf die Vergangenheit nicht vergessen. Deshalb wird den Palästinensern auch die Erinnerung an die Nakba verboten.

Dann kommt er auf deutsche Waffenlieferung an Israel und sein gutes Verhältnis zu Strauß zu sprechen, dessen er sich natürlich nicht schämt. Dem ist nichts hinzuzufügen. Aber dass er stolz darauf ist, dass Israel konservative Parteien unterstützte, um Israel zur Selbstverteidigung beizustehen, spricht schon wieder für sich.

Dann kommt er wieder auf Public Relations (= Propagandalüge). Nein, sein Holocaustgedenken soll „ausgewogen“ sein, ohne irgendjemanden Freude zu machen. Dieses Interview und der bevorstehende Besuch lassen schon keine Freude aufkommen!

Dann macht ihn eine Umfrage in Deutschland besorgt, nämlich dass viele Deutsche Israel für gefährlicher halten als Iran. Wenn es denn so ist, hätte die Arbeit der Friedensaktivisten Früchte getragen und sollten fortgesetzt werden bis Israel zur Vernunft kommt. Peres spricht uns voll aus dem Herzen, wenn er jede Regung von Rassismus, Antisemitismus, Gewalt und Missachtung der Menschenrechte auf der ganzen Welt bekämpfen will. Wo immer das geschieht, sollten wir uns sofort  dagegen erheben und nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen. Genau das sage ich seit vielen Jahren: Gerade aufgrund unserer Vergangenheit haben wir die Verpflichtung nicht wegzusehen, wenn die „einzige Demokratie“ im Nahen Osten dies alles eklatant verletzt. Im Gegensatz zum hoch bewaffneten Israel muss man heute den wehrlosen Palästinensern beistehen.

Schließlich kommt er auf das deutsch-israelische Zukunftsforum zu sprechen - eine neue Idee der wissenschaftlich begleiteten Israel Propaganda, um Deutschland auch zukünftig für Israels einseitige Interessen bei der Stange zu halten. Das unterstreicht wieder den besonderen Charakter der Beziehungen im Unterschied zu allen anderen internationalen Beziehungen. Damit übt Israel wieder den moralischen Druck aus, was außer in Deutschland nicht mehr möglich ist. Klar, dass das in der jüngeren deutschen Bevölkerung nicht mehr so gut ankommt. In dasselbe Raster passt die neue gesponserte Reise der Bundeszentrale für Politische Bildung im Mai mit verbilligten Propagandareisen für Journalisten und Politiker nach Israel – als Geburtstagsgeschenk.

Der größte Skandal verbirgt sich aber in der Antwort auf die Frage 13 (Welchen Platz sehen Sie für die jüdische Gemeinde in Deutschland? Einer Ihrer Vorgänger, Ezer Weizmann, forderte während eines Besuchs in Deutschland die Juden auf, nach Israel zu kommen.)

Antwort: Der beste Ort für Juden ist Israel. Er ist besser als jeder andere Ort; das gilt auch für Deutschland. In Israel können Juden sich selbst ausdrücken, ihre Tradition fortsetzen und an ihre Vergangenheit anknüpfen. In Israel haben sie ihren eigenen Staat, der Juden einlädt zu kommen. Heute sind sie eingeladen, Teil eines Landes zu werden, das viel zu bieten hat. Es ist ein moderner, demokratischer, lebendiger Staat. Warum sollten sie sich eher für die Schattenseiten entscheiden, wenn die Sonnenseite offen steht? Gilt das auch für Menschen mit Behinderung und Kranke? Schon Golda Meir wollte 1958 laut Haaretz Einwanderer aus Polen selektieren – „die guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Gröpfchen“.

Ich frage mich als deutsche Jüdin, warum sollte für Juden Israel das „gelobte Land“ sein? Weil im jüdischen Staat Juden endlich Besatzer, Unterdrücker und Kriegs führende Nationalisten sein können?

Glücklicherweise sieht man ja, dass diese Aufrufe nicht wirken. Gerade auch die glühendsten Zionisten in Deutschland, Europa und den USA bleiben lieber, wo sie sind, nämlich in der Diaspora. Anlässlich eines Staatsbesuchs zur Emigration nach Israel aufzufordern, ist an Dreistigkeit und Unverfrorenheit kaum zu überbieten. Auch wenn Zentralratspräsidentin Knobloch geistig in Israel weilt, hat sie ja das Gemeindezentrum bombastisch gebaut – mit einem Hubert Burda Saal (Spende: 1 Mio Euro). Also, wozu die ganzen Gemeindezentren und Synagogen? Was wird aus den Rückforderungen der Skandal geschüttelten und über ihre Einkünfte lebenden Berliner Gemeinde? Der Berliner Senat fordert inzwischen 6 Mio Euro an zu viel gezahlten Geldern zurück. Diese kann diese Berliner jüdische Gemeinde natürlich nicht zurückzahlen. Und die jüdische Gemeinde wirft – Angriff ist immer die beste Verteidigung – dem Senat wegen jahrelanger Duldung des Verstoßes gegen den Staatsvertrag eine moralische Mitschuld an der Situation vor. In der Tat – im Judentum und im jüdischen Staat wird die Moral sehr hochgehalten. Was wird also mit den Zentren und Synagogen geschehen? Werden diese zu Moscheen umfunktioniert? Das sollte ein Ansporn  für den Zentralrat der Muslime sein, nämlich sich endlich als Körperschaft des Öffentlichen Rechts zu gründen. Hat der Zentralrat der Juden in Deutschland schon die Koffer gepackt? Haben gewisse jüdische Publizisten und Pornoverfasser schon ihren Umzug in den Sonnen-Judenstaat geplant? Wohl kaum, so wie hier im „Schattenstaat Deutschland“ könnten sie Israel nicht mehr agieren, als Gleicher und Gleichen.

Als Tochter sage ich: Schon mein Vater, Heinz Galinski, hat sich dem israelischen Anliegen widersetzt, dass alle Juden nach Israel zu kommen hätten. Er vertrat immer die Meinung, jeder Jude habe das Recht selbst zu entscheiden, wo er leben möchte. Das hat er dann auch im Abkommen wegen der russischen Kontingentflüchtlinge mit Kanzler Kohl manifestiert – gegen alle Widerstände. Normalerweise müsste Peres für diese Äußerungen von deutschen Politikern gerügt werden.

Dann kommt er wieder auf Arafat, das Oslo-Abkommen und seinen Friedensnobelpreis zu sprechen. Er erdreistet sich auch noch die Palästinenser zu beschuldigen durch ihren Terror seine Wahlen verloren zu haben. Es gab nur einen, nämlich Uri Avnery, der sich verbotenerweise und heimlich mit Arafat traf. Man kann gut verstehen, warum Frau Rabin Peres nach der Ermordung ihres Mannes durch einen jüdischen Extremisten nicht mehr die Hand geben wollte und Peres auch nicht bei der Beerdigung ihres Mannes dabei haben wollte. Das spricht für sich, ebenso für die fehlgeleiteten Friedensnobelpreise – bis heute.

Dann folgt das Märchen von Sharons Umzug aus dem Gazastreifen. Letzterer wurde als verbrannte Erde zurückgelassen. Es folgt die Mär vom fehlenden Friedenspartner auf palästinensischer Seite. Wie wir alle wissen, werden die Palästinenser in Israel niemals einen Friedenspartner haben. Dann beschädigt er die Autonomiebehörde noch mehr, indem er Ministerpräsident Fajad als Anhänger Ben Gurions outet. Schön, dass Peres den Bau einer neuen Stadt im Westjordanland unterstützt. Will Netanjahu aus diesem Grund auch nach so genannten Friedensverhandlungen Teile des Westjordanlandes behalten, um die Grenzen weiter zu kontrollieren und damit endgültig die Zweistaatenlösung ad acta zu legen?

Schließlich beleuchtet Peres das Missverständnis über die Rolle der Amerikaner. Diese dürften bei Friedensverhandlungen nicht Partei ergreifen. Sonst wären sie selbst Teil des Konfliktes. Hört! Hört!

Auf Präsident Obama eingehend, hat der es bei aller Selbstüberschätzung „gut gemacht“. Interessanterweise hat Obama in seinem letzten Times Interview zugegeben mit seiner Nahostpolitik gescheitert zu sein.

Fragen 17 und 18 beziehen sich auf die Sympathieverluste Israels jenseits der USA. Die frappierende Antwort: „Israel ist das beliebteste Land auf der Welt. Sie müssen nur nachzählen. Es gab nie bessere Beziehungen zur Katholischen Kirche. Die Evangelikalen sind die größten Zionisten, die es je gegeben hat. Das sind immerhin 1,3 Milliarden Menschen. Weitere 1,3 Milliarden leben in Indien, das wie Israel unter Terrorismus leidet. Wir unterhalten exzellente Beziehungen zu China. Damit sind wir schon bei fast 4 Milliarden. Die Beziehungen zu Russland werden verbessert. Dazu unterstützen uns 63% der Amerikaner. Aber nennen Sie mir ein Land, das auf der ganzen Welt soviel Unterstützung hat wie Israel.“ Das ist hohe Arithmetik des jüdischen Staates!

Israel verteidigt seine Kinder – die Hamas-Kämpfer verstecken sich hinter> ihren Kindern.

Kein Wort und keine Frage über Israels Kriegsverbrechen und die Benutzung der israelischen Armee von Palästinensern als Schutzschilde im dichtest besiedelten Gazastreifen mit 1,5 Millionen eingepferchten und verelendeten Menschen.

Zuletzt kommen noch Angriffe auf die Türkei und Rundumschläge gegen religiöse Fanatiker in Pakistan. Konsequent nennt Peres die Palästinenser immer Araber. Er spricht von 1,5 Millionen Arabern unter den insgesamt 7,5 Millionen Bürgern des Landes. Unter diesen 1,5 Millionen Arabern sind 60.000 Akademiker, die meisten davon Ärzte in israelischen Krankenhäusern. Also wieder der Mythos vom guten Zusammenleben der Juden und Araber in Israel als gleichberechtigte Bürger. Israel als „einzige Demokratie“ des Nahen Ostens. Die Wirklichkeit ist etwas schlichter: Israel ist eine Ethnokratie und nicht ein Naher Osten als das „Peres Paradies“.

Dieses Interview ist gelinde gesagt ein Skandal für diese liberale Zeitung. Oder ist es die späte Wiedergutmachung für Graumanns Angriffe in der Jerusalem Post, dass die F.A.Z. aus Quotengründen in die Nähe der „Jungen Freiheit“ gerückt wäre? Diese Beleidigung kam nach einem Israel kritischen Artikel der F.A.Z. Die F.A.Z. hat in Hans Christian Rößler einen der bestens informierten Korrespondenten, der selbst hervorragende Artikel schreibt. Das ist für mich der eigentliche Skandal: Diese Fragen von Rößler und Frankenberg – ohne weiter nachzufragen und Peres so ein Forum für seine Israel Projekt-Propaganda-Lüge zu geben.

Fazit: Deutschland soll „judenrein“ werden und alle Juden sollen in den jüdisch-demokratischen Judenstaat auswandern. Das ist ein wirklicher Eklat, den alle Medien und politischen Mandatsträger aufgreifen und sich empören sollten.

Was ist das für ein Staatsbesuch, der im Vorfeld schon solche Töne anschlägt?

02.02.2010

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